Berufsorientierung: Hilft Künstliche Intelligenz?
Die Wege ins Berufsleben sind für junge Menschen vielfältig: 327 Ausbildungsberufe, Freiwilligendienste, mehr als 20.000 Studiengänge oder ein Gap Year. Da geht der Überblick schnell verloren. Genau deshalb werden Angebote zur Berufsorientierung immer wichtiger.
Unsere Studie Azubi-Recruiting Trends 2025 zeigt: Neben klassischen Orientierungshilfen wie Eltern und Schule spielt auch Künstliche Intelligenz (KI) für viele Jugendliche inzwischen eine spürbare Rolle.
KI als neuer Kompass?
Warum eigentlich nicht? Künstliche Intelligenz liefert Informationen, kennt viele Berufsbilder und bewertet nicht. Anders als Eltern ist sie von der Entscheidung nicht persönlich betroffen. Sie empfiehlt auch nicht auf Basis eigener Lebenswege oder Erfahrungen.
Wer ChatGPT & Co. regelmäßig nutzt, und das tun laut JIM-Studie 2025 inzwischen 70 Prozent der 12- bis 19-Jährigen, hinterlässt viele Hinweise auf Interessen, Vorlieben und Stärken. Daraus kann KI passende Vorschläge ableiten. Sie wird damit für viele junge Menschen zu einem digitalen Sparringspartner in der Berufsorientierung.
Jugendliche sehen sich bei der Berufsorientierung selbst in der Verantwortung
65 Prozent der Jugendlichen sagen in den Azubi-Recruiting Trends 2025, dass sie sich selbst für ihre Berufsorientierung verantwortlich sehen.
Auch bei der Frage, ob KI dabei hilfreich sein kann, zeigt sich ein klares Bild: 55 Prozent der Jugendlichen und Azubis finden, dass KI ein sinnvoller Ratgeber für die Berufsorientierung sein kann. Nur 10 Prozent sehen darin keinen Nutzen.
Eltern bleiben vorn, aber KI gewinnt an Bedeutung
Wenn es um Vertrauen geht, bleiben Eltern weiterhin die wichtigste Instanz. 81 Prozent der jungen Menschen vertrauen ihnen bei Fragen der Berufswahl. Gleichzeitig zeigt sich: 19 Prozent würden eher einer KI vertrauen. Das ist bemerkenswert. Denn es macht deutlich, dass sich die Rolle von KI in der Berufsorientierung verändert. Sie ist für einen Teil der Jugendlichen nicht nur Informationsquelle, sondern echte Orientierungshilfe.
Die Grenzen von KI in der Berufsorientierung
Trotzdem hat Künstliche Intelligenz klare Schwächen. Berufe, nach denen selten gesucht wird oder zu denen es weniger Informationen gibt, tauchen in KI-Empfehlungen seltener auf. Der digitale Blick ist also nicht neutral, sondern ebenso verzerrt wie menschliche Perspektiven. Gerade deshalb braucht es weiterhin mehrere Blickwinkel.
Eltern, Schulen, Institutionen und Unternehmen bleiben gemeinsam gefragt, um Jugendlichen eine breite und realistische Orientierung zu ermöglichen. Allerdings: Nur 3 Prozent der Unternehmen sehen sich hier in der Verantwortung – während Jugendliche zugleich sagen, dass ihnen realistische Einblicke in Berufe und Betriebe fehlen.
Die Studienergebnisse machen damit zweierlei deutlich: Junge Menschen wollen Verantwortung übernehmen. Aber sie brauchen Unterstützung. KI kann dabei helfen. Sie ersetzt jedoch keine echten Gespräche, keine persönlichen Erfahrungen und keine Einblicke in den betrieblichen Alltag.
Was bedeutet das für Unternehmen?
Unternehmen bleiben wichtige Partner in der Berufsorientierung. KI ist ein zusätzlicher Ratgeber, mehr nicht. Wer als Betrieb sichtbar, offen und unterstützend kommuniziert, verbessert seine Chancen im Wettbewerb um passende Nachwuchskräfte. Konkret heißt das:
- Berufe verständlich erklären und erlebbar machen
KI kann viel. Einen echten Einblick in den Berufsalltag ersetzt sie nicht. Schnuppertage und Praktika bleiben deshalb wichtig. - Sachlich und nachvollziehbar informieren
Während Eltern oft emotional beteiligt sind, können Unternehmen nüchtern über Chancen, Anforderungen und Ausbildungswege sprechen. - Selbstvertrauen stärken
Junge Menschen wollen Verantwortung für ihren Weg übernehmen. Dafür brauchen sie Orientierung, ehrliche Informationen und passende Werkzeuge. - Digitale Tools sinnvoll einbinden
Nutzen Sie KI auch für Ihre eigene Kommunikation. Ein Chatbot auf der Karriereseite kann Fragen zum Unternehmen, zu Ausbildungsberufen oder zum Bewerbungsprozess direkt beantworten.
Berufsorientierung gelingt dann am besten, wenn Technologie, persönliche Beziehungen und echte Erfahrungen zusammenspielen.
Video oder echtes Erleben?
Auch dazu liefert unsere Studie ein klares Ergebnis. Auf die Frage, was bei der Berufsorientierung hilfreicher ist, ein Schnuppertag oder ein Video, liegt der Schnuppertag mit 70 Prozent Zustimmung deutlich vorne.
Unser Tipp: Bieten Sie beides an. Videos schaffen erste Einblicke. Schnuppertage machen Berufe erlebbar. Zusammen erreichen Sie deutlich mehr junge Menschen.

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