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Berufliche Ausbildung oder Hochschulstudium - was ist die bessere Alternative?

Ausbildung vs. Studium – wir müssen den Vergleich nicht scheuen

Wie die OECD die deutsche Berufsausbildung beurteilt (s. u.), wissen wir aus der aktuell veröffentlichten Studie. Aber wie sehen Azubis die duale Ausbildung im Vergleich zum Studium? Haben sie das Gefühl, gut auf das Berufsleben vorbereitet zu sein oder bessere oder schlechtere Chancen zu haben als Studenten?

In unserer Studie Azubi-Recruiting Trends 2016 sind wir auch dieser Frage auf den Grund gegangen und haben einige spannende Erkenntnisse gewonnen. Demnach bewerten die meisten Azubis die Ausbildung durchaus positiv und auch die damit verbundenen Chancen.

Wir haben die SchülerInnen, BewerberInnen und Auszubildenden mit Aussagen zum Thema “Ausbildung oder Studium” konfrontiert. Hierbei gab es die Möglichkeit der Aussage zuzustimmen oder zu widersprechen.
Hier sehen Sie fünf Aussagen im Überblick:

  • Mit einer Ausbildung verdiene ich von Anfang an Geld.
    (88,1 % Zustimmung)
  • Mit einer Ausbildung hat man etwas Handfestes und lernt nicht nur pure Theorie.
    (90,1 % Zustimmung)
  • Viele studieren nur Ihren Eltern zuliebe.
    (42,7 % Zustimmung)
  • Mit einer Ausbildung bin ich mindestens genau so gut für  meine berufliche Zukunft aufgestellt, wie mit einem Studium.
    (59,2 % Zustimmung)
  • Mit einer Ausbildung kommt man meist nicht in Führungspositionen.
    (70,0 % Stimmen nicht zu)

Ein Teilnehmer bringt es auf den Punkt: „Macht die Ausbildung noch attraktiver. Die meisten wissen gar nicht, wie vorteilhaft eine Ausbildung gegenüber einem direkt – nach – der -Schule-Studium ist. Mehr Erfahrung für das spätere Berufsleben sammelt man nirgendwo.“

Weitere Informationen zu unserer aktuellen Studie finden Sie hier.

Top 6 Studienergebnisse – Wunsch oder Wirklichkeit, Länder und Branchen im Vergleich

Für Sie haben wir geschaut, wo in der Studie „Azubi-Recruiting Trends 2015“ die Unterschiede liegen: zwischen Deutschland und Österreich, männlichen und weiblichen Azubis, der Gastronomie und den anderen Branchen und Bewerbern und Ausbildungsverantwortlichen. Sechs dieser spannenden Studienergebnisse finden Sie untenstehend.

1.         E-Learning – Vergleich Azubis/Ausbildungsverantwortliche
77 % der Azubis finden E-Learning gut und würden den Einsatz in der Ausbildung erwarten. Dagegen haben sich 52 % der Ausbildungsverantwortlichen mit diesem Thema noch nicht beschäftigt.

2.         Alternative Studium – Vergleich Deutschland/Österreich
Für 63 % der Befragten wäre ein Studium die Alternative zur Ausbildung. Für 9,2 % wäre der Einstieg ohne Ausbildung in das Berufsleben eine Alternative. In Österreich könnten sich 18,4 % der Jugendlichen einen Einstieg ohne Ausbildung in das Berufsleben vorstellen.

3.         Fehlender Fachkräftebedarf – Vergleich Gastronomie/Alle weiteren Branchen
62,2 % der befragten Ausbildungsverantwortlichen glauben, dass der Fach- und Führungskräftebedarf der Unternehmen nicht mehr gedeckt werden kann, wenn keine passenden Azubis gefunden werden. Nur 32,3 % fehlt die Mitarbeit der Azubis – in der Gastronomie würden 54 % der Betriebe die Mitarbeit der Azubis fehlen.

4.         Kompetenzfeststellung – Vergleich Bewerber/Ausbildungsverantwortliche
28,9 % der Ausbildungsunternehmen vertrauen bei der Azubi-Auswahl auf eine Kompetenzfeststellung (Kombination von Leistungs- und Persönlichkeitstests). 76 % der Bewerber/Azubis würden diese Art von Testverfahren bevorzugen.

5.         Sinnsucher contra Karrieristen – Vergleich männliche/weibliche Teilnehmer
Bei den männlichen Befragten liegt der Anteil der Karrieristen bei knapp 30 % — bei den weiblichen Teilnehmern bei nur 17,6 %. Dagegen streben 61,1 % der jungen Damen nach Erfüllung im Beruf und nur 49,6 % der jungen Männer.

6.         Konservative Onliner – Vergleich Papier contra Mobil
71 % der Bewerber bevorzugen die Bewerbung in Papierform. Nur 18 % der Bewerber finden mobile Bewerbungen gut.

 

Die Vollversion der Studie, sowie weitere Edition können Sie bestellen auf https://www.testsysteme.de/studie

Top 5 Studien zum Thema Ausbildung & Recruiting

Besonders im HR-Bereich folgen wir oft unserer Intuition und müssen uns auf unser Bauchgefühl und unsere Menschenkenntnis verlassen, wenn es darum geht Entscheidungen über die Einstellung neuer Azubis zu treffen. Um zu prüfen ob unsere Annahnem immernoch zeitgemäß sind, können uns Studien und Umfragen helfen, die aktuellen Bedürfnisse und Sorgen der Zielgruppe besser einschätzen zu können.

Deswegen präsentieren wir Ihnen hier die

Besten aktuellen Studien zum Thema Ausbildung und Recruiting

1. Azubi-Recruiting Trends 2014 – Parallelbefragung von Ausbildungsverantwortlichen und Azubis/Bewerbern zu spannenden Themen des Azubi-Recruiting. Finden Sie Antworten auf Fragen wie „Warum Facebook für Jugendliche bei der Berufsorientierung keine Rolle spielt“. Weitere Informationen

2. Sinus Jugendstudie „Jugendliche Lebenswelten in Deutschland“. Eine Zielgruppenstudie des Sinus- Instituts für die IHK in Baden-Württemberg. Spannende Ergebnisse über die junge Zielgruppe und deren berufliche Orientierung. Link zur Studie

3. DIHK Ausbildungsumfrage. Ergebnisse einer Onlineumfrage mit 13.000 Teilnehmern zu Ausbildungsplänen, -erfahrungen und Motiven. Der Klassiker unter den Ausbildungsstudien, der 2014 umso deutlicher zeigt, dass im Azubi-Recruiting Handlungsbedarf besteht. Link zur Studie

4. Azubi Report 2014 – Befragung der Plattform ausbildung.de mit Fragen zu Bewerbungen, Finanzierung, Zufriedenheit und der allgemeinen Bewertung von Ausbildung. Link zur Studie

5. DGB Ausbildungsreport 2014. Und wenn Sie sich mal ärgern möchten, empfiehlt sich der Ausbildungsreport des DGB. Zwar sind 71,4 Prozent der Azubis mit der Ausbildung zufrieden, aber zu meckern gibt es genug. Link zur Studie

 

Nebenbei: an der aktuellen Studie Azubi-Recruiting Trends 2015 können Sie noch bis zum 28.02.2015 teilnehmen.
Zugang für Azubis: http://www.ausbildungsstudie.de/
Zugang für Ausbildungsverantwortliche: http://www.personalstudie.de/

 

 

Studie “Diskriminierung am Ausbildungsmarkt”: Hakan hat´s schwer – aber nicht nur er!

Für die Studie “Diskriminierung am Ausbildungsplatz” des SVR in Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Stiftung schickten die Forscher jeweils zwei Bewerbungen um Ausbildungsplätze an 1794 Unternehmen. Einmal war der Bewerber ein fiktiver junger Mann mit deutschem, das andere Mal mit türkischem Namen.

Fazit: Von den Bewerbungen mit deutschem Namen führten 20,2 Prozent zu einer Einladung zum Vorstellungsgespräch, bei Bewerbungen mit türkischem Namen aber nur 14,6 Prozent.

Gar keine Antwort erhielten die Forscher auf 36,5 Prozent der Bewerbungen mit deutschem Namen und auf 40,1 Prozent bei türkischem Namen. Hier ist nicht nur die Diskrepanz zwischen türkischem und deutschem Namen erschreckend, sondern auch die Anzahl der Unternehmen, die es offensichtlich nicht für nötig erachten, den Bewerbern abzusagen. Und da jammern wir über fehlerhafte Bewerbungen und mangelnde Ausbildungsreife unserer Bewerber?

Laut unserer Studie Azubi-Recruiting-Trends sprechen nur rund 6 Prozent der Ausbildungsunternehmen gezielt junge Menschen mit Migrationshintergrund an – und das, obwohl diese jungen Menschen einen Anteil von rund 25 Prozent der Zielgruppe ausmachen. Kann es sein, dass wir hier ein Potenzial schlichtweg übersehen?

Zwei Fragen, auf die wir Antworten finden sollten. Gemeinsam? Diskutieren Sie doch diese und weitere Fragen mit uns auf den A-Recruiter-Tagen 2014.

PS: Für das Foto stand unser Fachlagerist-Azubi Pate – vielen Dank Youssef!

Die vollständige Studie finden Sie hier: http://www.svr-migration.de

– See more at: http://blog.a-recruiter.de/studie-diskriminierung-am-ausbildungsmarkt-hakan-hat%c2%b4s-schwer-aber-nicht-nur-er/#sthash.c4B6NTMg.dpuf