Hier finden Sie alle Artikel zur dualen betrieblichen Berufsausbildung im Ganzen – von Ausbildungsbeginn bis zum Abschluss, und zwar jenseits theoretischer Betrachtungen. Wir haben selbst jahrzehntelange praktische Erfahrungen mit der dualen betrieblichen Berufsausbildung.

Scheitern leicht gemacht – oder wie Sie Ihren Azubi erfolgreich verbrennen

Anleitung zum unwirksamen Führen – frei nach Paul Watzlawick

Sie wissen, wie Sie Ihre Azubis fördern und fordern. Sie haben ein gutes Gespür für Ihre anvertrauten Azubis und der Nachwuchs liegt Ihnen am Herzen.

Mit einem gewissen Erstaunen lesen Sie Studien wie die”Reden ist Gold” (s. unten) und fragen sich, wie es Menschen schaffen, Azubis im großen Stil zu vergraulen. Wie Sie das auch schaffen würden, zeigen wir Ihnen im folgenden Artikel.

1. Rechtzeitig überfordern
Geben Sie dem Azubi zu Stoßzeiten, wenn besonders viel zu tun ist einfach noch eine zusätzliche Aufgabe, um Ihn mal richtig ins Schwitzen zu bringen. Fordern Sie die Ergebnisse zeitnah, damit die Überforderungsstrategie auf jeden Fall aufgeht.

2. Unklare Ansprechpartner und Eskalationswege
Lassen Sie den Azubi auf keinen Fall wissen, wohin er sich in Konflikt oder Problemsituationen wenden kann. Erzeugen Sie nachhaltig den Eindruck, er sei mit seinen Sorgen allein. Ein guter Nährboden für Missverständnisse und Frustration.

3.  Mangelnde Fehlertoleranz
Lassen Sie keine Fehler zu. Fehler sind etwas für Faulenzer und Dummköpfe und die brauchen Sie nicht in Ihrem Unternehmen. Gründe für die Fehler müssen auf jeden Fall in der Person und nicht in der Sache gesucht werden. So kann der Azubi nachhaltig kein Selbstvertrauen aufbauen und die Fehlerquelle ist langfristig gesichert.

4. Ungenaue Arbeitsanweisungen
Geben Sie Arbeitsanweisung die, egal wie der Fall ausgeht, dem Azubi immer das Gefühl geben, etwas falsch gemacht zu haben. Wechseln Sie Ihre Zielvorstellungen mitten im Projekt ohne dies kund zu tun. Bauen Sie einen Kanon an Selbstverständlichkeiten auf, den nur Sie kennen und verwalten.

5. Schlechtes Feedback
Sagen Sie doch einfach mal wie Sie etwas finden, ohne Rücksicht auf Form oder Verluste. Sie dürfen hier getrost die Aspekte der Arbeit, die Sie als gelungen empfinden, ignorieren. Schließlich sind wir hier bei der Arbeit und nicht beim Kaffeeklatsch. Also: Fehler aufzeigen und gehen! Das ist die Devise.

6. Nie nach dem Befinden fragen
Dieser Punkt erklärt sich von selbst. Ehrliche Wertschätzung und Empathie sind die größten Feinde unwirksamer Führung. Wie es dem Azubi geht, ist sein Privatvergnügen und kann nicht Ihr Problem sein.
Insgesamt sollten Sie mit Zeichen der Wertschätzung vorsichtig umgehen, um kein unnötiges Motivationsfeuer beim Azubi zu entfachen.

7. Immer deutlich machen, dass die Meinung eines Azubis unwichtig ist
Am besten tragen Sie gleich zu Beginn der Ausbildung dafür Sorge, Ihren Azubi so einzuschüchtern, dass er gar nicht erst auf die Idee kommt, seine Meinung, egal in welchem Kontext, zu äußern.
Sollte es dennoch zu Situationen kommen, in denen ein Azubi eine Idee o. Ä. einbringen möchte, unterbinden Sie dies sofort, um derartig ausartendes Verhalten in Zukunft zu vermeiden. So wird jedem Azubi schnell klar, dass er das niedrigste Ansehen in Ihrem Unternehmen „genießt“ und der Wunsch nach Wertschätzung seiner Arbeit tritt bei ihm gar nicht erst auf.

8. Permanente Kontrolle
Jeder einzelne, noch so kleine Arbeitsschritt Ihres Azubis sollte stets kontrolliert werden. Das ist eine wichtige Maßnahme, die dazu beitragen soll, dass Ihr Azubi weder Spielraum noch Freiheit für Kreativität eingeräumt bekommt. Führt er einen Arbeitsschritt nicht so aus, wie Sie es getan hätten, reißen Sie die Aufgabe lieber schnellstmöglich an sich und ziehen ihn vom Projekt ab. Sie wollen doch schließlich nicht, dass er lernt selbstständig zu arbeiten und zu denken!

9. Einen forschen Umgangston einhalten
Der Ton macht die Musik. So ist es auch beim Umgang mit Azubis. Nettes oder gar verständnisvolles Geplauder in Zimmerlautstärke führt niemals zum gewünschten Effekt: der volle Gehorsam des Azubis! Deswegen immer daran denken, möglichst laut und rabiat mit Ihrem Azubi zu sprechen. Das tun Sie besonders dann, wenn Ihr Azubi sich einen kleinen Fehler geleistet hat und andere Kollegen in der Nähe sind. So ist es ihm gleich doppelt peinlich und er wird Ihnen künftig aufs Wort gehorchen, um derartige Situationen zu vermeiden.

10. Richtig auflaufen lassen
Ein oder zwei kleine Späße auf Kosten des Azubis, gerade zu Beginn seiner Ausbildung, reichen bei weitem nicht aus. Nehmen Sie ihn so oft es geht, am besten vor versammelter Mannschaft, aufs Korn und machen Sie ihn so zur Lachnummer in Ihrem Unternehmen. Das zerstört nicht nur jeden Funken Selbstwertgefühl Ihres Azubis, sondern sorgt auch für lustige Anekdoten zur Unterhaltung Ihrer Mitarbeiter auf allen betrieblichen Feiern. Gemeinsam (über andere) lachen schweißt ja zusammen!

Klingt nach Stress? Keine Sorge. Sie müssen nicht alle Handlungsanweisungen befolgen. Meist reichen schon zwei oder drei dazu, dem Azubi das Leben ausreichend schwer zu machen.

Was Sie und wir für sichere Online-Tests tun können

Würden Bewerber, die Ihren Test online von zu Hause aus durchführen, alle erfolgreich pfuschen, müssten die Ergebnisse dieser Tests deutlich besser ausfallen, als die der Tests, die im Unternehmen durchgeführt werden. Vergleiche der Ergebnisse lassen aber keine signifikanten Abweichungen erkennen.

Es zeigt sich schon, dass Bewerber heute selbstverständlicher mit diesen Testverfahren umgehen und sich die Art der Durchführung auch in Schulen rumspricht. Daher empfehlen wir, Bewerber zumindest selektiv mit einem kurzen Re-Test nachzutesten. Spricht sich in den Schulen herum, dass Ausbildungsbetriebe keine Form der Kontrolle einsetzen, verführt das die Bewerber viel eher dazu, sich externe Hilfe zu holen. Re-Tests erhalten unsere Online-Kunden für eine Schutzgebühr von einem Euro und als Online- oder Papierversion.  Ein Musteranschreiben mit dem Hinweis auf Nachtests erhalten unsere Kunden kostenlos.

Die immer gleiche Testumgebung vermittelt dem Bewerber oft das Gefühl, den Test schon einmal gemacht zu haben, obwohl die Testinhalte oft gar nicht übereinstimmen. Ein Grund, warum wir Ihnen zukünftig ein auf Ihr Unternehmen zugeschnittenes Testdesign anbieten. So variiert der Eindruck von Test zu Test.

10 Punkte, die wir für die Sicherheit Ihrer Tests tun

  1. Der Test, einzelne Testskalen oder die Testaufgaben unterliegen einem strengen zeitlichen Limit. Täuschungsversuche wie googeln oder das Erstellen von Screenshots würde dazu führen, dass der Test zeitlich nicht bis zu Ende bearbeitet werden kann.
  1. Aufgaben werden sequentiell bearbeitet. Eine nachträgliche Korrektur bereits bearbeiteter Aufgaben ist nicht möglich.
  1. Die Testinhalte werden regelmäßig aktualisiert, sodass sich Inhalte nicht rumsprechen können.
  1. Tests werden auf Wunsch individuell auf die Anforderungen der Unternehmen zugeschnitten.
  1. Aufgaben liegen in randomisierter Form vor, sodass die Tests zwar den gleichen Schwierigkeitsgrad besitzen, aber doch von Testdurchführung zu Testdurchführung variieren.
  1. Im Bereich der Rechenfähigkeit muss wirklich gerechnet werden. Ergebnisse werden nicht in Form von Multiple-Choice Auswahlfeldern dargestellt.
  1. Aufgaben werden so konzipiert, dass sie möglichst keinen Ansatz zum Täuschen bieten. So sind Rechenaufgaben direkt für die Nutzung des Taschenrechners konzipiert, da ein Taschenrechnerverbot die Ehrlichkeit der Nutzer sicher überstrapazieren würde.
  1. Rechtschreibeaufgaben werden als Bild dargestellt, was das Kopieren und die Überprüfung durch den Rechtschreibassistenten in Word unmöglich macht. Alternativ werden verschiedene sehr ähnliche Schreibweisen als Alternativen dargestellt.
  1. Kurze Re-Tests, die im weiteren Verlauf des Bewerbungsverfahrens eingesetzt werden, verifizieren die Ergebnisse des Online-Tests.
  1. Individuelle, im Corporate Design des Unternehmens gestaltete Testoberflächen verhindern einen Wiedererkennungseffekt.

Fünf Gründe, warum aus Problemkindern Erfolgsmenschen werden (können)

Von Steve Jobs über Bill Gates bis hin zu Marc Zuckerberg gibt es mannigfaltige Beispiele für Menschen, die ohne einen akademischen Abschluss überragende Erfolge erzielt haben. Seien es Jack Dorsey und Evan Williams von Twitter, Jan Koum von WhatsApp oder Elon Musk von Paypal – die Liste von Erfolgsmenschen in der aktuellen IT-Landschaft ohne zertifizierten Berufsabschluss ist lang.

Aber auch außerhalb der IT-Branche gibt es sogenannte “Problemkinder”, die im Laufe ihrer beruflichen Karriere beeindruckende Leistungen vollbringen. Hierbei handelt es sich keineswegs um ein amerikanisches Phänomen. Auch prominente Deutsche wie René Obermann, Joschka Fischer und Christian Wulff haben in der Schule die ein oder andere Ehrenrunde gedreht.

Erfolglos in der Schule – gewappnet fürs Leben?

Was für Eigenschaften, die im späteren beruflichen Leben nützlich sind, zeichnen diese Schulverweigerer aus?

1. Kinder mit Problemen, lernen Probleme zu lösen.
Menschen, die im Beruf Verantwortung übernehmen, brauchen eine hohe Problemlösungskompetenz. Die kann sich besonders gut dann entwickeln, wenn Menschen schon in ihrer Jugend Probleme lösen oder sich Herausforderungen stellen müssen. Läuft im Leben und in der Schullaufbahn immer alles glatt, fehlt die Erfahrung und oft auch die Kompetenz dazu.

2. Der Mensch lernt aus Fehlern.
Der wohl berühmteste Basketball-Spieler aller Zeiten, Michael Jordan, hat es sehr gut zum Ausdruck gebracht: er hat mehr als 300 Spiele verloren und mehr als 9000 Mal daneben geworfen. Er ist wieder und wieder in seinem Leben gescheitert und genau das ist der Grund, warum er so erfolgreich war. Fehler schmerzen uns und wir überlegen, wie wir sie zukünftig vermeiden können. Daraus lernen wir.

3. Menschen mit viel Kreativität ist Schule oft zu eintönig.
Steve Jobs war die Uni zu langweilig, weil sie ihm zu wenig Raum für Kreativität bot. Viele klassische Schulfächer bieten keinerlei Raum für Kreativität – im Gegenteil. Gut ist, wer brav das tut, was die Lehrer sagen, und das lernt, was Lehrer meinen. Aber genau das zeichnet kreative Menschen aus, dass sie die Dinge anders tun. Jedes Unternehmen braucht Querdenker und das sind oft nicht die mit einem Einser-Abitur.

4. Scheitern können ist eine Kunst.
In Amerika ist es keine Schande zu scheitern – in Deutschland eher schon. Aber wer scheitert und wieder aufsteht, besitzt eine wichtige Gabe. Menschen, die scheitern können, sind risikofreudig, kritikstabiler und haben eine hohe Resilienz. Resilienz oder psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.

5. Kinder aus schwierigem sozialen Umfeld sind oft selbstständiger.
Mama bringt sie zur Schule, dann zum Tennis, zum Golf oder zum Geigenunterricht. Keinen Meter gehen sie alleine. Klappt es in der Schule nicht, wird der Lehrer verklagt oder der Nachhilfelehrer engagiert. Probleme dieser Kinder werden gelöst – sie haben kaum eine Chance es selber zu tun. Kinder, die diese Unterstützung nicht bekommen, lernen viel früher auf eigenen Beinen zu stehen und sich durchzusetzen. Und Durchsetzungsstärke und Eigenverantwortlichkeit sind im beruflichen Umfeld sicherlich wichtige Eigenschaften.

Interessanter TED-Talk zum Thema:

Regina Hartley – Warum es nicht immer der Kandidat mit dem besten Lebenslauf sein muss

Natürlich ist eine abgebrochene Hochschullaufbahn kein Garant für außergewöhnliche Leistungen im Beruf. Aber genauso wenig sollten im Recruiting ein abgebrochenes Studium oder ein krummer Lebenslauf als K.O.-Kriterium gelten. Eigenschaften wie Frustrationstoleranz, Durchsetzungsvermögen oder Lebenserfahrung lassen sich halt nur schwer in tabellarischer Form darstellen.