UX-Methoden

Teil 2: Vier etablierte UX-Methoden zur Verbesserung Ihres Bewerbungsprozesses

Teil 1: Was ist UX-Design?

Jetzt ist es Zeit für eine virtuelle Inventur!
Wie gut kommt Ihr gesamter Bewerbungsprozess bei Ihren Kandidaten an?
Macht es Spaß, sich bei Ihnen zu bewerben oder ist es eher frustrierend?
Und vor allem: Was lässt sich verbessern?

Hier finden Sie vier handfeste und kostengünstige Methoden, Ihren Bewerbungsprozess optimieren zu bringen. Für diese etablierten UX-Methoden brauchen Sie keinen externen Dienstleister oder Instrumente. Neugier, Verbesserungswillen und etwas zum Schreiben genügen.

1. Fragen im Bewerbungsgespräch
Machen Sie es zu einem festen Ritual in einem Bewerbungsgespräch, den Kandidaten nach dem Bewerbungsprozess zu befragen.
Wie hat er/sie von der Stelle erfahren?
Was war bei unserem Bewerbungsprozess gut? Was könnte besser sein?
Je weniger einschüchternd und offen Sie fragen, desto wertvollere Verbesserungsansätze können Sie auf diesem Weg gewinnen. Komplimente sind in diesem Kontext jedoch mit Vorsicht zu genießen. Immerhin hat Ihr Gegenüber Interessen, die von Ihrer Sympathie abhängen.

2. Offene Frage im Bewerbungssystem
Falls Sie Ihren Bewerbungsprozess online abbilden, ist es gleichsam sinnvoll und einfach, an genau dieser Stelle mal nachzuhaken. Fügen Sie ein offenes Fragefeld an das Ende Ihres Bewerbungsprozesses.
Waren die Bewerbungsformulare übersichtlich und einfach zu bedienen?
Nutzt Du die Bewerbungswebsite auf dem Smartphone oder auf einem Desktop-PC?

Antworten auf diese beiden Fragen kosten den Bewerber nicht viel Zeit, können für Sie allerdings Gold wert sein. Einfache Bewerbungsformulare und ein System, das dem Nutzungskontext Ihrer Bewerber Rechnung trägt, ist unbedingt anzustreben.

3. Aufgabenbasierte Testung
Praktikanten sind  brillante Usability-Tester für Ihren Bewerbungsprozess. Sie sind nah an der Zielgruppe und möchten gerne sinnvoll beschäftigt werden.

Bei der aufgabenbasierten Testung formulieren Sie eine konkrete Aufgabe, wie z. B.
Bewirb Dich bei unserem Unternehmen als Auszubildender“.
Hierbei bitten Sie die Testperson darum, alle Schritte, die es bedarf diese Aufgabe zu lösen, zu dokumentieren. Bei reinen Online-Systemen ergibt es Sinn sich anzuschauen, wie viel Klicks es braucht, die Aufgabe zu lösen.

Ziel dieser Übungen ist es Streuverluste zu identifizieren, um den Gesamtprozess effizienter zu gestalten.

4. Expertensimulation
In den verschiedenen Abteilungen Ihres Unternehmens haben Sie Experten für Faktoren, die sich auf Ihren Bewerbungsprozess auswirken.
Mitarbeiter in der IT haben beispielweise oftmals einen technischen Blick auf ein Problem, während Designer das Ganze eher aus einer ästhetischen Perspektive betrachten.

Bitten Sie Spezialisten aus Ihren verschiedenen Abteilungen, Ihnen jeweils 2-3 Optimierungsvorschläge aus ihrer professionellen Sicht zu schicken.

Ein einfacher und kostengünstiger Weg an wertvolle Verbesserungsansätze zu kommen.

UX-Design für die Ausbildung

Was ist eigentlich UX-Design?

“Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.”
(Ludwig Wittgenstein)

UX-Design – Buzzword oder ernstzunehmende Unternehmenspraxis?

Definition: User Experience (kurz: UX, zu Deutsch: Nutzungserlebnis) beschreibt die Qualität der Wahrnehmung, Erfahrungen und Gefühle des Nutzers, der mit einem System interagiert. Mit System kann hier eine Webseite, eine Software oder Ähnliches gemeint sein.

Die Aufgabe von UX-Designern ist hierbei die Entwicklung, Analyse und Optimierung dieses Nutzungserlebnisses auf Grundlage moderner Designprinzipien, Psychologie und der Mensch-Computer-Interaktion.

Anwendungsbeispiele in der Ausbildung:

  • Verbesserung der Nutzbarkeit von Karrierewebseiten
  • Optimierung der Nutzerfreundlichkeit von Bewerbungsformularen
  • Intuitive Bedienbarkeit in Personalmanagement-Systemen

Weiterführendes:

Fazit: Es handelt sich hierbei ganz klar um mehr als ein verkaufsförderndes Buzzword. UX-Design ist ein ernstzunehmendes Anwendungsfeld, das die Grenzen unseres unternehmerischen Handlungsspielraums erweitert.

Weitere Beobachtungen lohnen sich!

Scheitern leicht gemacht – oder wie Sie Ihren Azubi erfolgreich verbrennen

Anleitung zum unwirksamen Führen – frei nach Paul Watzlawick

Sie wissen, wie Sie Ihre Azubis fördern und fordern. Sie haben ein gutes Gespür für Ihre anvertrauten Azubis und der Nachwuchs liegt Ihnen am Herzen.

Mit einem gewissen Erstaunen lesen Sie Studien wie die “Reden ist Gold” (s. unten) und fragen sich, wie es Menschen schaffen, Azubis im großen Stil zu vergraulen. Wie Sie das auch schaffen würden, zeigen wir Ihnen im folgenden Artikel.

1. Rechtzeitig überfordern
Geben Sie dem Azubi zu Stoßzeiten, wenn besonders viel zu tun ist einfach noch eine zusätzliche Aufgabe, um Ihn mal richtig ins Schwitzen zu bringen. Fordern Sie die Ergebnisse zeitnah, damit die Überforderungsstrategie auf jeden Fall aufgeht.

2. Unklare Ansprechpartner und Eskalationswege
Lassen Sie den Azubi auf keinen Fall wissen, wohin er sich in Konflikt oder Problemsituationen wenden kann. Erzeugen Sie nachhaltig den Eindruck, er sei mit seinen Sorgen allein. Ein guter Nährboden für Missverständnisse und Frustration.

3.  Mangelnde Fehlertoleranz
Lassen Sie keine Fehler zu. Fehler sind etwas für Faulenzer und Dummköpfe und die brauchen Sie nicht in Ihrem Unternehmen. Gründe für die Fehler müssen auf jeden Fall in der Person und nicht in der Sache gesucht werden. So kann der Azubi nachhaltig kein Selbstvertrauen aufbauen und die Fehlerquelle ist langfristig gesichert.

4. Ungenaue Arbeitsanweisungen
Geben Sie Arbeitsanweisung die, egal wie der Fall ausgeht, dem Azubi immer das Gefühl geben, etwas falsch gemacht zu haben. Wechseln Sie Ihre Zielvorstellungen mitten im Projekt ohne dies kund zu tun. Bauen Sie einen Kanon an Selbstverständlichkeiten auf, den nur Sie kennen und verwalten.

5. Schlechtes Feedback
Sagen Sie doch einfach mal wie Sie etwas finden, ohne Rücksicht auf Form oder Verluste. Sie dürfen hier getrost die Aspekte der Arbeit, die Sie als gelungen empfinden, ignorieren. Schließlich sind wir hier bei der Arbeit und nicht beim Kaffeeklatsch. Also: Fehler aufzeigen und gehen! Das ist die Devise.

6. Nie nach dem Befinden fragen
Dieser Punkt erklärt sich von selbst. Ehrliche Wertschätzung und Empathie sind die größten Feinde unwirksamer Führung. Wie es dem Azubi geht, ist sein Privatvergnügen und kann nicht Ihr Problem sein.
Insgesamt sollten Sie mit Zeichen der Wertschätzung vorsichtig umgehen, um kein unnötiges Motivationsfeuer beim Azubi zu entfachen.

7. Immer deutlich machen, dass die Meinung eines Azubis unwichtig ist
Am besten tragen Sie gleich zu Beginn der Ausbildung dafür Sorge, Ihren Azubi so einzuschüchtern, dass er gar nicht erst auf die Idee kommt, seine Meinung, egal in welchem Kontext, zu äußern.
Sollte es dennoch zu Situationen kommen, in denen ein Azubi eine Idee o. Ä. einbringen möchte, unterbinden Sie dies sofort, um derartig ausartendes Verhalten in Zukunft zu vermeiden. So wird jedem Azubi schnell klar, dass er das niedrigste Ansehen in Ihrem Unternehmen „genießt“ und der Wunsch nach Wertschätzung seiner Arbeit tritt bei ihm gar nicht erst auf.

8. Permanente Kontrolle
Jeder einzelne, noch so kleine Arbeitsschritt Ihres Azubis sollte stets kontrolliert werden. Das ist eine wichtige Maßnahme, die dazu beitragen soll, dass Ihr Azubi weder Spielraum noch Freiheit für Kreativität eingeräumt bekommt. Führt er einen Arbeitsschritt nicht so aus, wie Sie es getan hätten, reißen Sie die Aufgabe lieber schnellstmöglich an sich und ziehen ihn vom Projekt ab. Sie wollen doch schließlich nicht, dass er lernt selbstständig zu arbeiten und zu denken!

9. Einen forschen Umgangston einhalten
Der Ton macht die Musik. So ist es auch beim Umgang mit Azubis. Nettes oder gar verständnisvolles Geplauder in Zimmerlautstärke führt niemals zum gewünschten Effekt: der volle Gehorsam des Azubis! Deswegen immer daran denken, möglichst laut und rabiat mit Ihrem Azubi zu sprechen. Das tun Sie besonders dann, wenn Ihr Azubi sich einen kleinen Fehler geleistet hat und andere Kollegen in der Nähe sind. So ist es ihm gleich doppelt peinlich und er wird Ihnen künftig aufs Wort gehorchen, um derartige Situationen zu vermeiden.

10. Richtig auflaufen lassen
Ein oder zwei kleine Späße auf Kosten des Azubis, gerade zu Beginn seiner Ausbildung, reichen bei weitem nicht aus. Nehmen Sie ihn so oft es geht, am besten vor versammelter Mannschaft, aufs Korn und machen Sie ihn so zur Lachnummer in Ihrem Unternehmen. Das zerstört nicht nur jeden Funken Selbstwertgefühl Ihres Azubis, sondern sorgt auch für lustige Anekdoten zur Unterhaltung Ihrer Mitarbeiter auf allen betrieblichen Feiern. Gemeinsam (über andere) lachen schweißt ja zusammen!

Klingt nach Stress? Keine Sorge. Sie müssen nicht alle Handlungsanweisungen befolgen. Meist reichen schon zwei oder drei dazu, dem Azubi das Leben ausreichend schwer zu machen.